Was ist eine Taucherkrankheit / Dekompressionskrankheit?

Tauchen lässt uns zumindest für den Moment an einer Welt teilhaben, die faszinierender nicht sein könnte. Fremde Formen, Farben und Lebewesen, unendlich erscheinende Weiten, absolute Stille, atemberaubende Korallenriffe und kunterbunte Fischschwärme ziehen uns im Handumdrehen in ihren Bann. Wer einmal abgetaucht ist, ist der Faszination Unterwasserwelt meist erlegen und fiebert bereits dem nächsten Tauchgang entgegen.

So schön tauchen jedoch ist, birgt es auch Gefahren. Dazu gehört beispielsweise auch die sogenannte Taucherkrankheit, auch als Dekompressionskrankheit bekannt. Was es damit genau auf sich hat, erfährst Du hier.

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Entstehung und Folgen der Taucherkrankheit

Bei der Taucherkrankheit bzw. Dekompressionskrankheit, kurz DCS (Decompression Sickness), handelt es sich um die Auswirkungen eines zu schnellen Auftauchens nach einem Tauchgang. Damit zählt die Taucherkrankheit, die auch als Caissonkrankheit oder Druckfallkrankheit bekannt ist, zu den Tauchunfällen.

 

Wie kommt es zur Taucherkrankheit?

Je tiefer Du abtauchst, desto mehr Wasser lastet über Dir, was einen entsprechend höheren Druck auf Deinen Körper zur Folge hat. Deine Lunge wird zusammengedrückt und Du benötigst Druckluft, um weiter atmen zu können. Der hohe Atemluftdruck beim Tauchen in großer Tiefer sorgt dafür, dass vermehrt Stickstoff in Dein Blut und Dein Gewebe gelangt. Während das beim Abtauchen grundsätzlich kein Problem darstellt, kann es beim Auftauchen zu folgendem Szenario kommen: Ähnlich wie beim Öffnen einer Sprudelflasche, bei dem sich Blasen bilden sobald der Druck beim Öffnen der Flasche plötzlich abfällt, kommt es auch in Deinem Blut zur Blasenbildung, wenn das Auftauchen zu schnell und der Druckausgleich damit zu rasch erfolgen und Dein Blut den eingelagerten Stickstoff, der im Normalfall beim Auftauchen über die Atemluft wieder abgegeben wird, dementsprechend nicht schnell genug abbauen kann. Die Folge: Der Stickstoff gelangt nicht zurück in Deine Lunge, wo er abgeatmet werden kann, sondern bildet Gasblasen in Blut und Gewebe. Adern oder Gewebeteile können geschädigt werden und es kommt im schlimmsten Fall zu einer Gefäßverstopfung.

Steigst Du nach dem Tauchgang auf, sollte das langsam bzw. Stück für Stück und mit entsprechenden Pausen erfolgen. Es gilt: Je tiefer der Tauchgang, desto langsamer der Aufstieg bzw. desto länger die Pausen. Zudem solltest Du auf einen langsamen Druckausgleich achten. Dadurch wird der im Körper gelöste Stickstoff wieder abgebaut und gefährliche Bläschen können sich gar nicht erst bilden. Es gilt, in Abhängigkeit der jeweiligen Tauchtiefe bestimmte Auftauchzeiten einzuhalten.

 

Symptome von Taucherkrankheit?

Dekompressionskrankheit ist ein Überbegriff für Verletzungen, die durch zu schnelle Druckentlastung bzw. durch Überdruck entstehen.

Erste Symptome zeigen sich in der Regel bereits innerhalb weniger Minuten nach dem Auftauchen, können sich aber je nach Ausmaß auch erst nach 24 Stunden oder noch später bemerkbar machen. Dabei können auch die Symptome selbst leichter oder stärker ausgeprägt auftreten. Es lassen sich grundsätzlich zwei Typen der Taucherkrankheit unterscheiden:

Typ I

  • Gelenkschmerzen
  • Schmerzen in Arm- und Beinmuskulatur
  • Hautrötungen & Juckreiz (sog. Taucherflöhe) an Handgelenken, Unterarmen, Oberschenkeln, Nase und Ohren

Typ II

  • Schwindel
  • Übelkeit & Erbrechen
  • starke Müdigkeit
  • Kopf- und/oder Rückenschmerzen
  • Schmerzen in der Brust
  • Atemnot
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Ohrgeräusche
  • Hör- und Sehbeeinträchtigungen
  • Koordinationsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Lähmungen

Im schlimmsten Fall ist die Taucherkrankheit sogar lebensbedrohlich. Sofortige Hilfe ist daher enorm wichtig, damit so schnell wie möglich, eine Therapie eingeleitet werden kann.

 

Wie lässt sich die Taucherkrankheit vermeiden?

Die Taucherkrankheit lässt sich durch ein paar einfache Grundregeln vermeiden. Grundsätzlich solltest Du beim Tauchen immer die vorgeschriebenen Auftauchzeiten bzw. die sogenannten Dekompressionszeiten, d.h. den Zeitrahmen, der mindestens benötigt wird, um aufzutauchen ohne dabei Schaden zu nehmen, einhalten. Dass Du zudem nie alleine, sondern immer in Begleitung Deines Buddys tauchen solltest, erklärt sich von selbst und sorgt gleichzeitig dafür, dass Dein Partner im Notfall frühzeitig eingreifen kann. Darüber hinaus erhöhen folgende Faktoren das Risiko, an der Taucherkrankheit zu erkranken und sollten dementsprechend so weit wie möglich umgangen werden:

  • Schlafmangel
  • Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)
  • Alkoholkonsum
  • Medikamenteneinnahme
  • Übergewicht
  • niedrige Wassertemperatur z
  • mangelnde Fitness
  • viele Tauchgänge in kurzer Zeit

 

Fliegen nach dem Tauchen?

Auch ein Flug unmittelbar nach einem Tauchgang in großer Tiefe birgt Gefahr, denn der Luftdruckabfall im Flugzeug begünstigt die vermehrte Entstehung von Gasbläschen in Blut und Gewebe. Daher sollten zwischen letzten Tauchgang und Rückflug 12 bzw. besser 24 Stunden vergehen. Da gilt übrigens genauso auch umgekehrt. Denn vor allem nach einem langen Flug ist der Körper müde und dehydriert, eventuell leidest Du unter einem Jetlag. Dazu kommt der Reisestress und Deine Schleimhäute sind durch die Klimaanlage im Flugzeug trocken und gereizt, was das Risiko einer Blockade der Stirn- und Nebenhöhlen erhöht. Eine solche wiederum kann beim Tauchen schnell gefährlich werden und für Probleme beim notwendigen Druckausgleich sorgen. Daher empfiehlt es sich, auch nach einem Flug mindestens 12 Stunden bis zum ersten Tauchgang zu warten.

 

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